Darf ich einen Zeugen zu Gesprächen beim Jobcenter mitnehmen?

Auch wenn die Behörden das oftmals gar nicht gerne sehen, eindeutig ja. Allerdings sollten Sie den Begriff Zeuge in diesem Zusammenhang absolut vermeiden. Dem Zeugen darf die Anwesenheit seitens der Behörde verwehrt werden, einem Beistand aber nicht. Darum sollten Sie Ihren Begleiter auch als Beistand, unter Nennung des Namens, vorstellen.

gemäß § 13 Abs. 4 SGB X, haben Sie das Recht, zu jedem Gespräch bei jeder Behörde, einen Beistand mitzunehmen. Diesem Beistand darf die Anwesenheit nicht verwehrt werden. Allerdings kann der Beistand, nach § 13 Abs. 6 SGB X, vom mündlichen Vortrag zurückgewiesen werden, wenn er zu einem sachgemäßen Vortrag nicht fähig ist. Die Zurückweisung hat schriftlich zu erfolgen.

Bei dem Beistand muss es sich nicht unbedingt um jemanden mit besonderem Sachverstand handeln auch wenn das natürlich von Vorteil wäre. Die vorrangige Aufgabe des Beistandes soll aber darin liegen, allein durch seine Anwesenheit, für eine ruhigere und sachlichere Gesprächsatmosphäre zu sorgen. Außerdem soll der Beistand ein Gesprächsprotokoll führen. So können Sie sich auf das Gespräch konzentrieren und haben anschließend einen Nachweis über den Gesprächsinhalt. Auch wenn, wie bereits geschrieben, der Begriff “Zeuge” in diesem Zusammenhang vermieden werden soll, kann der Beistand im Streitfall natürlich auch als Zeuge fungieren.

Wichtig: Alles was der Beistand sagt, gilt genau so, als wenn Sie es selber gesagt hätten, es sei denn, Sie stellen das sofort richtig.