Gibt es besondere Situationen, in denen dem Leistungsempfänger ein höherer Bedarf/eine höhere Leistung zugestanden wird?

Ja. § 21 SGB II regelt die Situationen, in denen zusätzliche Leistungen zur Regelleistung gewährt werden. Im Einzelnen sind das:

  • 1. Mehrbedarf bei Schwangerschaft:

    Ab der 12. Schwangerschaftswoche erhält die werdende Mutter zusätzlich zur Regelleistung einen Zuschlag in Höhe von 17% der an sie gezahlten Regelleistung.

  • 2. Mehrbedarf für Alleinerziehende:

    Wer mit einem oder mehreren minderjährigen Kindern zusammen lebt und alleine die Verantwortung für die Erziehung und Pflege der Kinder übernimmt, erhält - je nach Anzahl und Alter der Kinder - einen Zuschlag von 12 bis max. 60% der an ihn gezahlten Regelleistung

  • 3. Mehrbedarf bei Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben: 

    Erwerbsfähige, behinderte Menschen, denen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 33 SGB IX sowie sonstige Hilfen nach § 54 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 3 SGB XII erbracht werden, erhalten einen Mehrbedarf in Höhe von 35% der an sie gezahlten Regelleistung

  • 4. Mehrbedarf wegen medizinisch notwendiger, kostenaufwändiger Ernährung: 

    Wer aus medizinischen Gründen eine besonders kostenaufwändige Ernährung benötigt, erhält einen Mehrbedarf in angemessener Höhe. Dieser Mehrbedarf wird, in Abhängigkeit von der vorliegenden Erkrankung, als Pauschale erbracht.

  • 5. Mehrbedarf wegen atypischer Bedarfslage:

    Bei Leistungsberechtigten wird ein Mehrbedarf anerkannt, soweit im Einzelfall ein unabweisbarer, laufender, nicht nur einmaliger besonderer Bedarf besteht. Der Mehrbedarf ist unabweisbar, wenn er insbesondere nicht durch die Zuwendungen Dritter sowie unter Berücksichtigung von Einsparmöglichkeiten der Leistungsberechtigten gedeckt ist und seiner Höhe nach erheblich von einem durchschnittlichen Bedarf abweicht.

  • 6. Mehrbedarf wegen dezentraler Warmwasserbereitung:

    Wer sein Warmwasser mit Hilfe von Durchlauferhitzern, Boilern oder vergleichbaren Einrichtungen erwärmt, hat Anspruch auf einen Mehrbedarf, der sich an der Höhe der jeweiligen Regelleistung orientiert (nachzulesen in § 21 Abs. 7 SGB 2). Die Höhe der Mehrbedarfe ist hier..... nachzulesen.